Otovent

otoventOtovent®-System bei allen Beschwerden mit negativem Druck im Mittelohr z.B. bei chronischem Tuben-Mittelohr-Katarrh (Seromukotympanon), chronische Tubenfunktionsstörung, Paukenhöhlenerguss, Barotitis durch schnelle Veränderung des Luftdrucks wie bei Flugreisen, Tauchen, Berg- und Talfahrt, Druckkammer.

Als konservative Therapiemöglichkeit empfohlen u.a. in der Leitlinie “Seromukotympanum” der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie

Auch als Nachfüllpackung (Otovent® System Ersatzballons 5 Stück) in Ihrer Apotheke erhältlich.

Produktübersicht

OTOVENT® System Originalpackung
Inhalt: 1 Nasenstück + 5 Latexballons + 1 Aufbewahrungsbox
PZN (DE) - 4676409 | PZN (AT) - 2647036

OTOVENT® System Großpackung
Inhalt: 1 Nasenstück + 15 Latexballons + 1 Aufbewahrungsbox
PZN* (DE) - 4902863 | PZN* (AT) - 2647042

OTOVENT® System Ersatzballons 5 Stück
Inhalt: 5 Latexballons
PZN* (DE) - 6438513 | PZN* (AT) - 3435017

*PZN = Pharmazentralnummer - unter dieser Nummer ist das Produkt in Ihrer Apotheke gelistet.

OTOVENT® ist ein Medizinprodukt. Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsanweisung, Arzt oder Apotheker.

Tubenfunktionsstörung beim Fliegen und Tauchen

bild fliegen tauchen 180

Insbesondere das Mittelohr ist durch die beim Fliegen und Tauchen auftretenden Druckänderungen betroffen.

Durch das Ausströmen der Luft über die Eustachische Röhre
in den Nasenrachenraum wird der beim Start entstehende Überdruck im Mittelohr ausgeglichen. Die meisten Fluggäste können diesen Vorgang durch Gähnen oder Kauen unterstützen.

Während des Landeanflugs herrscht im Mittelohr ein relativer Unterdruck, zusammen mit dem zunehmenden Außendruck führt dies zu einer Trommelfelleinwärtsbewegung und zu einem Tubenverschluß. Der Fluggast muß nun aktiv den Luftdruck in den Luftwegen durch Verschließen der Atemwege und Anspannung der Atemmuskulatur, durch Ausatmen, erhöhen (Valsalva-Manöver).

Beim Tauchen entspricht der Abtauchvorgang dem Landeanflug, das Auftauchen dem Steigflug.

Negativer Mittelohrdruck

Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Hohlraum, der zwischen Trommelfell und dem Innenohr liegt. Ein Luftkanal zwischen dem Mittelohr und dem Nasen-Rachen-Raum, die sogenannte Ohrtrompete, sorgt im Normalfall dafür, dass das Mittelohr ausreichend belüftet wird und eventuell angesammelte Flüssigkeit abfließen kann.

Häufige Ursache für eine Mittelohrentzündung sind über die Ohrtrompete fortgeleitete Infektionen aus dem Nasen-Rachen-Bereich. Die häufigste Ursache bei Kindern sind ein banaler Atemwegsinfekt, vergrößerte Rachenmandeln oder chronische Infekte der oberen Atemwege. Oft entsteht eine Mittelohrentzündung im Zusammenhang mit einer Erkältung, Grippe oder Masern -Erkrankung. Die Viren oder Bakterien gelangen durch den Verbindungsgang zwischen Ohr und Nasen-Rachen-Raum (Ohrtrompete) ins Mittelohr. Dort verursachen sie eine Entzündung der Schleimhaut mit Ergussbildung (Paukenhöhlenerguss). Bei Kindern ist die Ohrtrompete noch so eng, dass sie schon bei kleineren Entzündungen zuschwillt. Eiter und Entzündungsflüssigkeit können nicht mehr aus dem Mittelohr abfließen.

Die Tubenventilationsstörung ist ein Verschluss der Ohrtrompete, meist durch entzündliche Erkrankungen in Nasen- und Rachenbereich, aber auch bei schnellen Luftdruckveränderungen (z.B. beim Fliegen). Man bemerkt dabei ein Druck- und Völlegefühl im Ohr (wie “Wasser im Ohr”). Das Hören ist dumpf und erschwert. Eine Beeinträchtigung des Hörvermögens kann die Entwicklung des Kindes beträchtlich behindern und verzögern, gerade im Kindergarten oder in der Schule kann dies besonders problematisch werden.

Ein Paukenhöhlenerguss bedingt einen erheblichen Hörverlust, der bei längerem Bestehen auch zu Sprachentwicklungs- und Wahrnehmungsstörungen führen kann.

Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 80 % aller Kinder v.a. im Vorschulalter Tubenventilationsstörungen und Mittelohrergüsse in unterschiedlicher Häufigkeit und von unterschiedlicher Dauer entwickeln. Vielfach wird als Therapie eine längere Antibiotikabehandlung und, wenn die Mittelohrentzündung wiederkehrt oder ein Paukenerguss über längere Zeit besteht, ein chirurgischer Eingriff gewählt.

Die Antibiotikabehandlung ist aber nicht ohne Probleme. Abgesehen davon, dass sie relativ teuer ist, kann sie auch zu allergischen Reaktionen führen. Außerdem gibt es ein zunehmendes Problem mit der Entwicklung von resistenten Bakterienstämmen. Unter den chirurgischen Behandlungsmöglichkeiten ist die am häufigsten verwendete und wirksamste das Einsetzen eines Ventilationsröhrchens in das Trommelfell (sog. Pauckenröhrchen).

Der Einsatz dieses Verfahrens ist der häufigste Grund für die Durchführung von Vollnarkosen bei Kindern. Wegen der hohen Ausstoßrate der Ventilationsröhrchen muss das Verfahren bei vielen Kindern mehrfach durchgeführt werden. Neben den möglichen Narkosekomplikationen kann das Einsetzen der Ventilationsröhrchen seinerseits mit unerwünschten Auswirkungen verbunden sein, wie z.B. eitrigen Ausfluss unterschiedlicher Dauer, Entwicklung von Trommelfellveränderungen, etc.

Hören ist für uns etwas Selbstverständliches. Man wird sich dem Hörsinn meist erst dann bewusst, wenn eine Schädigung eingetreten ist, wenn also die gewohnten Klänge und Geräusche nicht mehr wie üblich wahrgenommen werden können. Ihren Kindern sollten Sie gerade in der Entwicklungsphase eine derartige Belastung nicht zumuten. Die Belüftung des Mittelohrs mit dem OTOVENT® System kann einen Erguss beseitigen und das Hören wieder normalisieren. Hat sich die Erkrankung nach Behandlung gebessert, besteht keine Notwendigkeit für einen chirurgischen Eingriff mehr; sollte dies nicht der Fall sein, kann das Ventilationsröhrchen immer noch eingesetzt werden. Eine längere Antibiotikabehandlung oder ein chirurgischer Eingriff sollte erst dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Behandlung mit dem OTOVENT® System erfolglos war.