Otovent® ist ein Nasenballon zur Belüftung der Eustachischen Röhre, um Unterdruck im Mittelohr aufzuheben. Es besteht aus zwei Teilen, einem Latex-Luftballon und einem Nasenstück aus Polypropylen, die vor dem Gebrauch zusammengefügt werden.
Otovent® hilft den Druck im Mittelohr auzugleichen, indem ein Ballon durch die Autoinflationstechnik über die Nase aufgeblasen wird. Die Autoinflation mit einem Nasenballon erhöht den Nasendruck und ermöglicht so das Öffnen der Eustachischen Röhre.
Otovent® kann von Erwachsenen und bei Kindern ab drei Jahren verwendet werden. Die Behandlung von Kindern muss immer unter Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen.
A- Otovent® System (1 Nasenstück + 5 Ballons) PZN (DE) 004676409 PZN (AT) 2647036
Wichtig Die PZN 004676409 (Otovent® 1+5) ist unter der Positions-Nr. 14.24.07.0072 in dem Hilfsmittelverzeichnis nach § 139 SGB V gelistet. Daher kann Otovent® System (1 Nasenstück + 5 Ballons) für die Indikation „Tubenfunktionsstörungen“ altersunabhängig zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden.
B- Otovent® System (1 Nasenstück + 15 Ballons) PZN (DE) 004902863 PZN (AT) 2647042
C- Otovent® System (5 Ersatzballons) PZN (DE) 006438513 PZN (AT) 3435017
Themen rund um Otovent®
Anwendung
Lesen Sie die Gebrauchsanweisung durch, bevor Sie die Behandlung mit Otovent® beginnen.
Otovent® ist ein Hilfsmittel, das verwendet werden kann, wenn Sie oder ihr Kind den Druck im Ohr nicht selbst ausgleichen können. Für optimale Ergebnisse befolgen Sie die drei unten aufgeführten Schritte.

1 - Verbinden
Das Nasenstück muss sauber sein. Verbinden Sie den Nasenballon über das flache Ende des Nasenstücks. Halten Sie den kugelförmigen Teil des Nasenstücks mit der linken Hand fest gegen das linke Nasenloch. Halten Sie Ihr rechtes Nasenloch mit dem rechten Zeigefinger zusammen.
2 - Aufblasen
Atmen Sie tief durch den Mund ein, schließen Sie dann Ihren Mund und blasen Sie den Nasenballon auf, indem Sie durch Ihr linkes Nasenloch blasen, bis der Nasenballon die Größe einer Grapefruit (10-12 cm) hat. Schlucken Sie, mit dem aufgeblasenen Nasenballon noch fest an das Nasenloch gedrückt, ein paar Mal.
3 - Wiederholen
Wiederholen Sie den Vorgang durch Ihr rechtes Nasenloch. Es kann etwas Übung erfordern, um zu lernen, wie man Otovent® benutzt. Leichtes Vordehnen des Nasenballons vor dem ersten Gebrauch kann die Belüftung erleichtern.
Wie oft soll Otovent® angewendet werden?
Während der ersten Behandlungswoche sollte Otovent® mindestens dreimal täglich (morgens, mittags, abends) mit je einem Blasvorgang in jedes Nasenloch verwendet werden. Nach einer Woche sollte Otovent® mindestens zweimal täglich (morgens und abends) angewendet werden. Die Behandlung kann länger als einen Monat dauern nd für die maximale klinische Wirkung können mehrere Monate Behandlung erforderlich sein.
Wenden Sie sich nach 2-3 Wochen an Ihren Arzt, um zu entscheiden, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll.
Wann darf Otovent® nicht angewendet werden?
Otovent® darf bei einer akuten Mittelohrentzündung und/oder bei einer Infektion der oberen Atemwege nicht angewendet werden.
Warnhinweise & Vorsichtsmaßnahmen
Die Nasenballons enthalten Latex. Wenn Sie allergisch gegen Latex- oder Latexprodukte sind, wenden Sie sich vor dem Gebrauch an Ihren Arzt.
Wenn Sie allergische Symptome wie Hautausschlag, Atembeschwerden oder Schwellungen feststellen, brechen Sie die Behandlung ab und konsultieren Sie Ihren Arzt.
Die Behandlung von Kindern muss immer unter Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen. Bei der Durchführung der Otovent-Behandlung niemals Spielzeugballons verwenden.
Wenn Sie eine Nasennebenhöhlenoperation hatten, konsultieren Sie vor der Verwendung von Otovent® Ihren Arzt. Die Verwendung von Otovent" nach einer Nasennebenhöhlenoperation kann die Gefahr eines Pneumozephalus erhöhen.
Wenn im Zusammenhang mit der Verwendung von Otovent® eine Trommelfellperforation, starke Kopfschmerzen, starker Schwindel, Lichtempfindlichkeit und/oder Übelkeit auftritt, brechen Sie die Behandlung sofort ab und konsultieren Sie Ihren Arzt.
Manche Patienten empfinden die Belüftung im Ohr als unangenehm. Dieses anfängliche Gefühl wird bei der nächsten Belüftung nachlassen und ist ein Hinweis darauf, dass die Behandlung richtig funktioniert.
Nebenwirkungen
Vorübergehende Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten.
Pflege und Aufbewahrung
Reinigen Sie das Nasenstück nach dem Gebrauch mit einem milden Reinigungsmittel und spülen Sie es mit sauberem Wasser ab. Entsorgen Sie den Nasenballon, nachdem er 20 Mal verwendet wurde.
Schützen Sie das Nasenstück und die Nasenballons, wenn sie nicht verwendet werden, vor Licht. Die Entsorgung sollte gemäß den örtlichen Entsorgungsvorschriften erfolgen.
Verfolgen Sie Ihre Reise mit der Otovent®-App!
Die App von Otovent® bietet eine Reihe von Funktionen, die Ihnen helfen,
Ihr Behandlungserlebnis zu vereinfachen und zu verbessern:
- Erklärungsvideos für die richtige Anwendung
- Gebrauchsanweisung und FAQ
- Hinweise mit Erinnerungen
- Spielbasierte Unterstützung für Kinder
Wirkung und Wirksamkeit von Otovent®
Wenn die Eustachische Röhre mit der Otovent®-Behandlung geöffnet wird, wird das Mittelohr belüftet, Flüssigkeit kann abgeleitet werden und es kommt zu einer Linderung der Symptome.
Die Behandlung mit dem Otovent®-System ist klinisch getestet und seine Wirksamkeit wissenschaftlich belegt:
- 78 % der behandelten Kinder zeigten eine Verbesserung des Mittelohrdrucks¹
- Die Behandlungsmethode wird als konservative Therapie in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie empfohlen.²
Referenzen:
1 Leunig A, Mees K. Mittelohrbelüftung mit dem Otovent®-Latexmembran-System. Laryngorhinootologie 1995; 74: 352-354
2 Seromukotympanum, Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Negativer Mittelohrdruck: Symptome und Ursachen
Unterdruck im Mittelohr kann sich durch Symptome wie ein verstopftes Ohr, beeinträchtigtes Hörvermögen, Schmerzen / Beschwerden, Schweregefühl oder Schwindel bemerkbar machen.
Ursachen für negativen Mittelohrdruck sind z.B.:
- Entzündliche Erkrankungen des Nasen-Rachen-Raums (z.B. Erkältung, Schnupfen)
- Infektionen des Mittelohrs (Anfälligkeit bei Kleinkindern erhöht)
- Allergische Erkrankungen
- Chronische Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum
- Rasche Druckveränderungen z.B. beim Tauchen oder im Flugzeug (Barotrauma)
Wenn Unterdruck im Mittelohr nicht behandelt wird, kann dies zu Paukenerguss, auch als sekretorische Otitis oder „verklebtes Ohr“ bekannt, mit Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr, führen. Probleme beim Ausgleich von Unterdruck können aufgrund einer Fehlfunktionen der Eustachischen Röhre entstehen und können Folge einer Entzündung der oberen Atemwege oder einer akuten Mittelohrentzündung sein oder im Zusammenhang mit Fliegen, Tauchen oder einer Druckkammerbehandlung auftreten.
Ohrenschmerzen beim Fliegen und Tauchen
Bei einer Fluglandung oder einem Tauchgang entsteht aufgrund der Luftdruckveränderungen ein Unterdruck im Mittelohr. Viele Menschen können den Druckausgleich nicht ohne weiteres erzielen, was sich bei den Betroffenen durch starke Ohren- und Kopfschmerzen äußert. Das Trommelfell wird nach innen gezogen (Unterdruck im Mittelohr), eine deutliche Hörminderung ist die Folge. Darüber hinaus kann es zu einer Ohrentzündung (mit oder ohne Paukenerguss) kommen.
Beim Tauchen entspricht der Abtauchvorgang dem Landeanflug, das Auftauchen dem Steigflug.
Bei Verwendung in Zusammenhang mit dem Fliegen sollte Otovent®, sobald der Sinkflug beginnt, 3-4 Mal angewendet werden. Wenn die Symptome weiterhin bestehen, kann die Behandlung nach der Landung fortgesetzt werden. Otovent® kann vor/nach dem Tauchen und während/nach einer Druckkammerbehandlung zur Linderung der Symptome verwendet werden.

Paukenerguss und Tubenfunktionsstörung
Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Hohlraum, der zwischen Trommelfell und dem Innenohr liegt. Die Verbindung von Nasen-Rachen-Raum und Mittelohr (Paukenhöhle) wird Tube, Ohrtrompete oder Eustachische Röhre genannt und sorgt dafür, dass das Mittelohr ausreichend belüftet wird und Flüssigkeit abfließen kann.
Die Tubenventilationsstörung ist ein Verschluss der Ohrtrompete, meist durch entzündliche Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum (z.B. Schnupfen), aber auch bei schnellen Luftdruckveränderungen (z.B. beim Fliegen oder Tauchen).
Im Mittelohr entsteht ein Unterdruck oder negativer Druck, wodurch das Trommelfell nach innen gezogen und weniger beweglich wird, was das Hörvermögen beeinträchtigt. Man bemerkt dabei ein Druckgefühl im Ohr. Das Hören ist dumpf und erschwert.
Entzündungen der Schleimhäute verursachen oft eine Ergussbildung (Paukenerguss). Die Schleimhäute schwellen an, was zu einem Verschluss der Ohrtrompete führt, so dass die Belüftung und das Abfließen der Flüssigkeit nicht mehr erfolgen kann.
Otovent® bei Paukenerguss (verklebtem Ohr).
Während der ersten Behandlungswoche sollten Sie Otovent® mindestens dreimal täglich (Morgens, mittags und abends) mit je einem Blasvorgang in jedes Nasenloch verwenden. Nach einer Woche sollte Otovent® mindestens zweimal täglich (morgens und abends) angewendet werden. Die Behandlung kann länger als einen Monat dauern und für die maximale klinische Wirkung können mehrere Monate Behandlung erforderlich sein.
Wenden Sie sich nach 2-3 Wochen an Ihren Arzt, um zu entscheiden, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll.

Erstattungsfähigkeit von Otovent®
Otovent® (PZN 4676409) ist unter der Positions-Nr. 14.24.07.0072 in dem Hilfsmittelverzeichnis nach § 139 SGB V gelistet.
Daher kann Otovent® für die Indikation „Tubenfunktionsstörungen“ altersunabhängig zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden.








